
Am Sonntag um 17 Uhr trafen sich Christen aus Bielefelder Gemeinden in der Georg-Müller-Gesamtschule zu einem Gottesdienst. Gemeinsam feierten sie den Abschluss der Evangelischen Allianzgebetswoche.
Ebenfalls Thema dieses Gottesdienstes war die Einstimmung der Anwesenden auf ProChrist Regional. Erstmals hatte nun der eigens für dieses ProChrist gegründete Chor die Gelegenheit, zusammen mit Orchester und Band öffentlich zu Gottes Ehre zu singen. Dieser musikalische Teil fand unter Leitung von Hans Werner Scharnowski statt und war ein wesentlicher Bestandteil dieses Festgottesdienstes.
Pastor Edwin Schulz, 1. Vorsitzender von ProChrist Regional, hält diese ProChrist-Woche in Bielefeld deshalb für notwendig, weil die einzelnen Gemeinden oft viel Kraft für die Arbeit und Aufgaben innerhalb ihrer Gemeinde benötigen und oft wenig Energie übrig bleibt, um neue Menschen für Christus zu gewinnen. ProChrist sei eine Bündelung dieser Kraftreserven und deshalb "eine riesige Möglichkeit".
Nachdem der Chor das von Hans Werner Scharnowski komponierte Lied "Gott hat uns nicht vergessen" mit den Gottesdienstbesuchern und –besucherinnen gesungen hatte, knüpfte Ulrich Parzany in seiner Predigt an dieses Thema an: "Viele Menschen haben Gott einfach vergessen, nicht weil sie gegen ihn sind. Sie haben einfach zu viel zu tun." Auch manche Gemeinden vergäßen Jesus, so Ulrich Parzany. Der Brief an die Gemeinde in Laodiza, den wir in der Bibel finden (Offenbarung) sei ja an eine Gemeinde geschrieben, also an Christen.
Anschließend spricht er von der Zukunft. "Carpe diem – nutze den Tag", ein gern genommenes Zitat (Horatio). Doch der zweite Teil lautet „und erwarte so wenig wie möglich von der Zukunft." Manche Christen, so Parzany, scheinen zu denken, im Himmel sei es wie im Urlaub. Doch eine Reihe von Bibelstellen berichten vom Regieren, z. B. in Mt.25,21: "Du bist über wenigem treu gewesen. Ich werde dich über viel setzen." Und wie wird es sein beim Schöpfer, wenn wir dort sind? Er wird auch weiterhin schöpferisch tätig sein wollen.
Abschließend stimmte Ulrich Parzany die Anwesenden nachdenklich. Er zitierte einen nigerianischen Pastor. Er, seine Familie, seine Gemeinde, sein Volk hatten und haben viel wegen ihres christlichen Glaubens zu leiden. Nachdem dieser Pastor nun die Gelegenheit hatte, die europäischen Kirchen zu besuchen, stellte er unter anderem fest: „Die europäischen Christen sind von ihren Gemeinden gegen drei Dinge geimpft: Erstens gegen Freude, zweitens gegen Leidenschaft, drittens gegen die Kühnheit, das Evangeliums Jesus Christus, dem Retter, zu verkündigen.“
Ulrich Parzany ermutigte die Gottesdienstbesucher und –besucherinnen, ProChrist Regional als Chance zu sehen, um Menschen mit dem Evangelium in Berührung zu bringen. Auch wenn wir von diesen Menschen oftmals nicht viel wissen. Etwas wissen wir von ihnen und dürfen wir ihnen, auch mit einer Einladung zu einem ProChrist-Abend, sagen: "Gott hat dich nicht vergessen."
Ein Bericht von Cornelia Stefaniw
